Richtige Kalkversorgung - aktiver Bodenschutz

 

Für das Pflanzenwachstum und die Verfügbarkeit der Nährstoffe, vor allem der Spurenelemente, spielt der Säuregrad (pH-Wert) des Bodens eine wichtige Rolle. Je saurer ein Boden ist, desto schwieriger wird es für Pflanzen, Nährstoffe aufzunehmen. Die Nährelemente liegen im Boden als Ionen (positiv oder negativ geladene Teilchen) vor. Um diese über die Wurzeln aufnehmen zu können, tauschen die Pflanzen Ionen, die sie in der Photosynthese hergestellt haben, gegen die Nährionen im Boden aus.
Durch die Absenkung des pH-Wertes wird dieses Gleichgewicht gestört, indem die Pflanzen an der Aufnahme der Nährelemente gehindert werden.

 

Der anzustrebende pH-Wert ist allerdings von der Bodenart und dessen Eigenschaften abhängig:

Bodenart anzustrebender pH-Wert
Sand pH 5,3 bis 5,7
schwach lehmiger Sand pH 5,8 bis 6,2
sandiger Lehm pH 6,3 bis 6,7
toniger Lehm pH > 6,9

 


Durch die Gabe von Kalk kann der pH-Wert des Bodens erhöht und Nährstoffe den Pflanzen zugänglich gemacht werden. Ebenso wird die Krümelstruktur verbessert und das Bodenleben angeregt. Bei einer zu hohen Kalkgabe entstehen jedoch auch Probleme, indem wiederum Nährstoffe gebunden werden und den Pflanzen unzugänglich sind. Es treten ebenfalls Mangelerscheinungen auf.

 

Daher: Nur Kalk geben, wenn es nötig ist!

 

Auskunft über den pH-Wert und die Bodenart gibt eine Bodenuntersuchung.
Mit der Kenntnis der Bodenart und dem ermittelten pH-Wert können Sie die Kalkgabe genau dosieren. In der Regel ist etwa alle drei bis vier Jahre im Spätwinter eine Gabe von kohlensaurem Kalk (Calciumcarbonat) angebracht.

 

  empfehlenswerte Mengen
leichte Böden (Sandböden) etwa 150 g/m²
schwere Böden (Lehm- und Tonböden) etwa 250 g/m²
Kalkung vor Kohlgemüse etwa 150 g/m²

 

 

Ferner müssen die Bedürfnisse der Pflanzen beachtet werden. Während einige Pflanzen (z.B. Rhododendren, Heide) sauren Boden vorziehen, lieben andere Pflanzen (z. B. Rosen, Sommerflieder) einen kalkhaltigen Boden.
Eine Kalkung ist immer den Bedürfnissen der Pflanzen anzupassen.

Niemals darf in Verbindung mit einer Stallmistgabe oder der Gabe von anderem organischen Dünger gekalkt werden!
Ansonsten entweicht ein beachtlicher Teil des Stickstoffs gasförmig.
 

 

 

 

 

 

 

  



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