Umweltgerecht düngen - Pflanzen bedarfsgerecht ernähren

 

Neben Wärme, Licht und Wasser benötigen Pflanzen auch eine ausgewogene Ernährung. Der Stickstoff gilt als Motor des Pflanzenwachstums, da er eine wichtige Rolle spielt. Pflanzen benötigen Stickstoff vor allem für die Bildung von Proteinen, Aminosäuren sowie DNA und RNA. Stickstoff wird von den Pflanzen in Form von Ammonium, Nitrat und bei Symbiose mit Bakterien (z.B. Leguminosen) in seiner elementaren Form aus der Luft aufgenommen. Er gehört zu den Hauptnährelementen, auch Makronährelemente genannt. Weitere Hauptnährelemente sind Phosphor, Kalium, Calcium und Magnesium. Daneben benötigen Pflanzen Spurenelemente oder Mikronährelemente wie Eisen, Mangan, Bor oder Molybdän. Einige Pflanzen benötigen je nach ihren Bedürfnissen weitere Nährstoffe, die nicht von allen Pflanzen gebraucht werden.

Nährstoffe können dem Boden in Form von Kompost zugeführt werden. Im Garten anfallende Abfälle eignen sich gut für die Eigenkompostierung und für die spätere Düngung der Pflanzen. Der Kompost kann durch stickstoffhaltige organische und mineralische Handelsdünger ergänzt werden. Eine Kombinationen von organischen und mineralischen Handelsdüngern ist ebenso möglich. Durch die Verwendung von Kompost und richtigen Einzelnährstoffdünger lässt sich die Düngung sehr genau steuern.

 

Allgemeine Hinweise zur Stickstoffdüngung im Gemüsegarten:

Kultur


Anzahl der Düngergaben


ohne Kompost und Boden mit niedrigem Humusgehalt



mit Komost / Stallmist und Boden mit ausreichendem Humusgehalt



Radies, Erbsen, Feldsalat


0


0


Möhren, Bohnen, Zwiebel, Salat, Spinat


1


0


Rettich, Kohlrabi, Endivien, Porree, Gurke


2


1


Tomate, Chinakohl, Sellerie, Blumenkohl, Kopfkohl, Rosenkohl


3


2


  Eine Düngergabe entspricht beispielsweise bei einem 25 %igem Stickstoffdünger 20 Gramm
  (1 schwach gehäufter Esslöffel) je Quadratmeter.
 

  Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten: "Den Garten
  umweltgerecht düngen - Garten-Pass"
 

 

 

Stickstoff pflanzenbedarfsgerecht dosieren - Trinkwasser schützen

Stickstoff ist das einzige Nährelement, welches von den Pflanzen nicht sofort zu 100 % aufgenommen werden kann. Ein Großteil liegt in gebundener Form vor. Erst mit der Zeit wird der Stickstoff nach und nach pflanzenverfügbar.
Um Stickstoff so zu düngen, dass unser Trinkwasser nicht beeinträchtigt wird, sollten folgende Ratschläge beachtet werden:

  • Die zu düngende Fläche ausmessen!
  • Zum Abmessen des Düngers Messbecher verwenden!
  • Gesamtbedarf in Teilgaben aufteilen!
  • Eine Teilgabe sollte bei mineralischen Stickstoffdüngern (Kalkammonsalpeter, Ammonsulfatsalpeter) 30 g/m² nicht überschreiten!
  • Düngen zum Bedarfszeitpunkt, organische Dünger müssen etwas früher ausgebracht werden!
  • "Mehrnährstoffdünger" nur verwenden, wenn Phosphat und Kali im Boden fehlen (Bodenuntersuchung)!
  • Auf sehr humosen Böden (z. B. Niedermoorböden) mit mehr als 4 % organischer Substanz wird im Sommer nicht mit Stickstoff gedüngt! Hier ist im Frühjahr lediglich eine leichte Startdüngung erforderlich.
  • Stickstoffdünger, Kompost, Stallmist oder Grasschnitt dürfen nicht im Herbst ausgebracht werden!

 

Rosendüngung

Rosen gehören zu den stark zehrenden Gehölzen. Optimales Wachstum und Blütenbildung ist nur bei ausreichender Wasser- und Nährstoffversorgung gegeben. Deshalb sollte die erste Düngung im zeitigen Frühjahr mit 3 l Kompost und 25 g Hornmehl pro m² erfolgen. Die zweite Düngergabe erfolgt Anfang Juli mit 25 g Hornmehl pro m², um einen starken zweiten Blütenflor zu sichern.

 

Rasendüngung

Zur Rasendüngung verwendet man am besten spezielle Langzeitrasendünger. Die erste Düngergabe erfolgt Ende März oder Anfang April mit 30 g/m², die Zweite ab Ende Juni mit gleicher Menge. Umweltfreundlicher sind Blumenwiesen, sie benötigen keinerlei Düngung.
Ausführliche Informationen enthalten die Informationsschriften der Bayerischen Gartenakademie.


Düngen Sie gezielt, denn Überdüngung verursacht überhöhte Nitratwerte im Gemüse und im Grundwasser. Zudem werden die Pflanzen krankheitsanfälliger. Richtig gedüngtes Obst und Gemüse entwickelt ein Höchstmaß an Geschmack und gesunden Inhaltsstoffen.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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